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Historie – Lang ist's her

Theater! Theater!

Teil 1

Erinnert Ihr Euch noch, liebe ehemalige Schülerinnen und Schüler der Oberstufe in Freisbach, als Ihr zum ersten Male 1960 in der alten Schulturnhalle auf der Bühne standet?

Ihr erfreutet die Gemeinde zu Weihnachten mit dem Krippenspiel „Die Herbergsuche“. Die unteren Klassen umrahmten die Aufführung mit Flötenspiel und Rhytmus-Instrumenten. Es war ein gelungener Anfang einer lange währenden Tradition. Es folgten  „Rumpelstilzchen“ (viele sagten  „Rumpelstiehlchen“) „Das Schneiderlein im Mond“ (in der Hauptrolle Klaus Däuwel) „Der Bundschuh“ (Szenen aus dem Bauernkrieg 1525; hervorgegangen aus dem Geschichtsunterricht) usw.

Die Grundschüler überzeugten mit „Die Spielzeugkiste“ Wisst Ihr noch? Ihr seid damals alle durch eine riesengroße Kiste hindurchgekrochen, die halb hinter dem Vorhang versteckt stand. Die Zuschauer gewannen den Eindruck, Ihr wart alle in dieser Kiste gewesen. Es war ein riesengroßer Spaß!

Von Jahr zu Jahr wurde das Programm ausgefeilter und anspruchsvoller. Ihr wart großartig mit den helfenden Händen Eurer Eltern! Könnt Ihr Euch noch an „Das verlorene Lebkuchenherz“ erinnern? In der Hauptprobe klappte noch alles prima. Und dann kam die Aufführung: Wolfgang Sold als Nikolaus (Grundschüler) wollte einen schluchzenden Engel (Waltraud Höffle 3. oder 4. Kl.) das Herz aus Lebkuchen überreichen – er fand es nicht. Immer tiefer griff er in den Sack. Schweißperlen standen schon auf seiner Stirn. Der Engel war verzweifelt. In der Turnhalle war es mäuschenstill. Da rief jemand aus dem Saal: „Leer doch den Sack aus!“ Wolfgang tat es – da war das Herz! Alle waren erleichtert und der Nikolaus bekam einen Sonderapplaus.

Die Erwachsenen vom Sportverein wollten nicht zurückstehen, zumal sie in den fünfziger Jahren „Der Untergang der Titanic“ mit großem Erfolg spielten. In den sechziger Jahren brachte der Sportverein profihaft „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist zur Aufführung mit Herrn Otto Schott als „Bürgermeister Adam“ (er war zur Zeit auch Bürgermeister der Gemeinde Freisbach) und seiner Frau Gisela als „Marthe Rull“ in den Hauptrollen. Auch „Das Gespenst von Canderville“ war ein riesiger Erfolg. Die jüngsten Spieler waren damals Bernd Müller und Ewalt Zech (ca. 10 Jahre alt). Sie hatten keine Angst vor dem Gespenst (Günther Raach). Lang lang ist‘s her!

1970 war dann vieles vorbei. Die Grundschüler (1. bis 4. Klasse) mussten nach Weingarten und die Oberstufe (5. bis 9. Klasse) nach Lustadt. Die Volksschule Freisbach wurde aufgelöst.

Teil 2

1982 an der Weihnachtsfeier ging nach einer über 10-jährigen Pause der Vorhang wieder auf mit einem Stück über die Entstehung des Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht“. In den Hauptrollen Manfred Weinheimer als Pfarrer Joseph Mohr und Uwe Reif als Lehrer Franz Gruber. Nach diesem Erfolg wollten alle Mitspieler im nächsten Jahr die Weihnachtsfeier des MGV auflockern.

Mit dem Stück „Das Weihnachtsekel“, das auch schon im Fernsehen erfolgreich lief, gaben wir unser Bestes 1983. 1984 stand „Weihnachtsabend gegen sechs“ auf dem Programm. Die Hauptrolle spielte damals Regina Schott. Nun wagten wir uns an längere Stücke. 1985 wählten wir: „De Jammerlabbe“ von Hansgeorg Baßler aus. M. Weinheimer hielt sein Umfeld gekonnt zum Narren und auf Trab. Ein enormer Applaus war die schönste Belohnung für alle Spieler.

1986 hatten wir uns gemeinsam (das gilt für alle Stücke) von Nestroy „Hinüber – Herüber“ ausgesucht. 1987 brachten wir den Einakter „Die Weihnachtsdiätler“ auf die Bühne. Lukullisches wurde aufgetragen und keiner der Spieler durfte so richtig zugreifen. Das Wasser lief uns im Munde zusammen und jeder wartete auf das Ende der Vorstellung. Was hinter dem Vorhang dann abging können sich alle denken [...]

1988 spielten wir den Fernseherfolg: „Das Hörrohr“. In der Hauptrolle glänzte Uwe Reif als Schwerhöriger. Nur bei seiner Enkelin Ursula Hopp brauchte er kein Hörrohr. Ich muss nicht ständig erwähnen, dass alle Auftritte ein großer Erfolg waren.

Für das 200-jährige Orgeljubiläum unserer Geiborgel 1989 schrieb Frau Pfarrerin Evi Heck ein Theaterstück in 3 Akten über das Schicksal unserer Orgel in der Zeit der französischen Revolution: „Revolution im Gau“. Wir hatten das Glück, den Neustadter Konvent mit einzubeziehen, der in französischen Uniformen aufmarschierte.

Unser Ensemble musste vergrößert werden. Die Kinder unserer Spieler: Andrea und Simone Schirrmann, Sven und Henning Weinheimer, Ilka Schott, Sonja Helmstetter, Marco Schilling unterstützten uns hervorragend. Es war ein gelungenes Fest. – In diesem Jahr waren die Erwachsenen derart gefordert, dass nicht noch einmal auswendig gelernt worden konnte. Aber sie unterstützten das Kindertheater, das ad hoc ins Leben gerufen wurde, mit Bühnenaufbau und allem was dazugehört tatkräftig, so, wie jedes Jahr. Gespielt wurde „Tierweihnacht“. Die Eltern schneiderten die Kostüme und halfen mit. Innerhalb von 4 Wochen hieß es wieder: Vorhang auf!

Teil 3

Jetzt muss doch einmal der „harte Kern“ der Theatergruppe genannt werden.

Uwe u. Heide Reif, Manfred u. Annemarie Weinheimer, Winfried u. Regina Schott,  Karlheinz u. Edeltraud Helm­stetter, Brigitte u. Sonja Lischer, Günter Schirrmann, Heinz Schilling, Ursula Hopp, Uwe Hühnerfauth, Sascha Becker.

Die in Theaterstücken auftretenden Ehepaare blieben zusammen, 1. Die Dialoge konnten gut gelernt werden und 2. Für die Zuschauer hatte der Umgang miteinander auf der Bühne eine gewisse Brisanz.

1990 wagten wir uns an Paul Munch‘s „Pfälzers Höllen- und Himmelfahrt“ Es war eine Herausforderung für uns alle in jeder Hinsicht. Der Pfälzer war Winfried Schott. Hervorragend!

Alle Spieler hatten sich bestens mit Ihrer Rolle identifiziert. Das Bühnenbild konnten wir uns ausleihen. Die Darsteller wurden mit größtem Lob überschüttet. Alle schwebten auf Wolke 7.

Kann unsere Leistung noch getoppt werden? 1991 brachten wir: „Charleys Tante“ zur Aufführung. Wir feierten mit Uwe Reif und Regina Schott in den Hauptrollen, einen Bombenerfolg.

1992 kam nochmals „Revolution im Gäu“ auf dem Platz vor der Kirche zur Aufführung und zu Weihnachten spielte das Kinder- und Jugendtheater: „Der kleine Schneemann“. Die Halle war brechend voll.

Dank wieder an die Eltern, die ihre Kinder tatkräftig unterstützten.

1993 wollten wir‘s wissen. Wir wählten den Fernseherfolg: „Halt die Gosch, Bu!“ Der Erfolg war so groß, dass angefragt wurde, ob wir das Stück auch in Weingarten spielten konnten. Der Nachfrage kamen wir natürlich nach. Günter Schirrmann spielte übrigens seine Rolle noch 10 Jahre lang im Prinz-Regenten-Theater in Ludwigshafen. Gell da staunt ihr?

1997 entwickelte sich die Theatergruppe zu einer Wanderbühne. Das Stück „Bei uns verklemmt nix“, ein 3-Akter wurde mit großem Aufwand in Freisbach, Lustadt, Osterzell (Partnergemeinde von Freisbach) und in Hochstadt gespielt. 1999/2000 folgten „Nichts als Kuddelmuddel“, 2001 „Der Entenkrieg von Entenhausen“ und 2003 „Bühne frei, die Narren kommen“. Seit 1997 bis 2003 führte Rudi Ehrler Regie.

Zum 250sten Kirchenjubiläum 2004 kamen die Theatergruppe vorerst zum letzten Male zusammen, um den Weg um die Erneuerung der Kirchenfenster darstellerisch nachzuvollziehen. Thema „Es muss nicht gleich Chagall sein!“

Für uns alle, einschließlich Frau Pfr. Horak-Werz, war es ein gelungenes, Gemeinschaftserlebnis. Jeder bekam seine Rolle von mir auf den Leib geschrieben und konnte darüber hinaus über Freiräume verfügen. Für mich, als Regisseurin, sind unsere Theatervorbereitungen und Aufführungen unvergesslich.

Danke, die dazu beigetragen haben, Erika Bug.

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