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Historie – Lang ist's her

Man(n) nannte sie auch die Bettschoner!

„Wir gründen einen Club!“

Die jungen Kerls, damals alle um Mitte 20, kamen an einem wein- und glück­seligen Abend zu einem folgenschweren Entschluss: „Wir gründen einen Club!“.

So fand am 1. Mai 1963 die festliche ­Unterzeichnung der Clubstatuten statt. Die 13 Mitbegründer (Günter Raach, Helmut Raach, Horst Schirrmann, Manfred Lehr, Werner Stahl, Matthias Taller, Gerhard Nied, Günter Vonnieda, Erhard Schäffer, Rudi Vogel, ­Richard Schmaltz, Günter Lichti und Wolfgang Karn) hatten endlich einen triftigen Grund, die heimischen Bettressourcen nicht immer „voll“ nutzen zu müssen. Von nun an zählte man sich zum „Bettschoner-Club Freisbach 1963“. Es sei noch erwähnt, dass auch Günter Schirrmann von Anfang an mit dazugehörte, nur wollte er nicht immer an den Clubabenden bis zum Schluss dabei sein. Schließlich musste man ja frühmorgens zur Arbeit!

Auf die vertragsähnlichen Verpflichtungen wurden alle eingeschworen. So versuchte man durch Strafzahlungen die Club-Kasse zu füllen. Was auch recht schnell gelang, denn die Jungs waren schließlich noch jung und unverheiratet. Es wurden Strafbeträge erhoben, etwa bei Abwesenheit an den Club­abenden oder auch durch begangene kleine „Sünden“ außerhalb des Clubs. ­Bemerkung der Redaktion: Selbst nach mehrmaligen Nachfragen haben wir keine eindeutigen Hinweise über die damaligen Geschehnisse erhalten. Die Jungs geben bis heute noch keine Geheimnisse preis!

Bauchtanz gab es auch - damals beim Jubilärum

Aus den Statuten ging hervor, dass man sich jede Woche dienstags im Wirtshaus „Lamm“, dem heutigen Anwesen Hauptstraße 48 am Domherrenplatz, einzufinden hatte.

Einen Wimpel gab es auch schon, die Farben wurden in Grün-Weiß gewählt. Damit orientierten sie sich an den Farben des Sportvereins. Weiterhin erhob man Strafgebühren in Höhe von 15 DM, wenn ein Mitglied den Club vorzeitig verlassen wollte. Einzig bei Heirat oder wechseln des Wohnortes wurden keine Strafgebühren erhoben.

Der Bettschoner-Club bekam sehr bald auch Nachwuchs, also Personen, die sich dem Club anschlossen. Man verbrachte zusammen seine Freizeit, organisierte Festlichkeiten und sang sogar bei Hochzeiten ein Ständchen.

Manchmal gab es auch hitzige Diskussionen an den Clubabenden. Besonders wenn es um politische Themen wie z. B. die Neugründung der NPD ging. Parteifunktionäre versuchten damals Personal für die Basis zu rekrutieren. Allen in der Gruppe war das suspekt und man diskutierte darüber, sehr oft bis in die Morgenstunden.

Im Lamm wurden die langen Sitzungen immer schützend begleitet von August Heberling, dem damaligen Wirt der Gaststätte. Er sorgte am Ende immer dafür, dass jeder wohlbehalten in seine Wohnung zurückkam, meistens zu Fuß. Autos gab es derzeit zwar auch, August mahnte aber, das Gefährt stehen zu lassen und stattdessen noch einen zu heben, dann eben in Gottes Namen bis der neue Tag anbrach!

Streng gläubig waren damals fast alle. Es gab Sonntage, an denen der Pfarrer eindringliche Reden hielt und sich über die ungläubigen Sünder aus der dörf­lichen Nachbarschaft beschwerte. Seiner Meinung nach, hätten alle Nicht-Freisbacher von diesem Ort fern gehalten werden müssen. So manch einer fragte sich, was gemeint war. Die Bettschoner wussten, worum es ging: Ungläubige hatten beim Club Zuflucht gesucht und auch gefunden. Der Pfarrer wollte halt nur erreichen, dass die Umtriebigkeit im Dorf wieder überschaubar werde!

Hungersnöte gab es nur noch selten in den Sechzigern und Siebzigern. Dennoch musste man(n) sich ab und zu mit etwas Essbarem versorgen. Derzeit gab es Freisbacher Keller, in denen man wissentlich Nahrung vermutete. Auch war klar, wie die Nahrungsergänzung gekennzeichnet und was darin enthalten sein würde.

Durch eine Unaufmerksamkeit bei der Befüllung der Vorratsdosen, wurden die Täter beim Mundraub scheinbar schwer enttäuscht. Die Rede ist von ­einem großen „B“ auf der Wurstdose. Die Beteiligten wissen, was gemeint ist. Sie sollten auch noch wissen, dass der Inhalt überhaupt nicht dem entsprach, was die Kennzeichnung vermuten ließ. Die Dosen enthielten statt „B“ für Bratwurst, ein „B“ für grüne Bohnen.
Eine Abmachung sorgte dafür, dass immer ein voller Stein Bier auf dem Tisch gestanden hatte. Es wurde beschlossen, dass der zweitletzte, der aus dem Stein getrunken hatte, die nächste Runde bestellen sollte. Zum Leidwesen des nächst-durstigen, denn der Stein wurde bis auf drei Schluck nie ausgetrunken. Oder doch?

Die Jahre vergingen, man unternahm gemeinsame Familienausfahrten. Damals noch mit VW Käfer und Ford Taunus in den Schwarzwald oder an den Bodensee. Im Frühjahr 1988 feierte der Club sein 25-jähriges Bestehen. Das war schön, mal wieder von den „Alten Zeiten“ erzählen zu können. Alle freuten sich über den Abend. Eine Combo spielte Tanzmusik und manche versuchten sich wieder am Hüftschwung. Stimmung pur gab es, als später noch eine Frauengruppe auftrat. Zuerst mit wenig an, dann nur noch spärlich bekleidet – es waren Bauchtänzerinnen, die ihr Bestes gaben.

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